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gunda
Moderation


Name: Gunda
Alter: 50
Dabei seit: 20.06.2006
Beiträge: 831
Arten: Thb
Wohnort: bei Hannover

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Verfasst am:
14.01.2007, 20:35 Überwinterungstemperaturen in Griechenland |
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Liebe Spezialisten,
gerade habe ich mir die Aufstellung der Wintertemperaturen von Bernd Pitzer und seinen Helferinnen noch einmal genau angesehen.
Link: http://www.udena.ch/wilf/Wintertemperatur-GR.html
Neben den großen Schwankungen fällt mir auf, dass die Bodentemperaturen (also dort, wo sich die Schildkröte eingebuddelt hat) selten bei den empfohlenen 4 - 6°C liegen. Selbst im Januar liegt die Temperatur an 9 Tagen darüber. In den anderen Monaten gibt es noch größere Abweichungen nach oben.
Wie verträgt sich das mit der Erkenntnis, dass unsere Landschildkröten bei einer möglichst gleichbleibenden Temperatur von ca.5°C überwintern sollen? Ich weiß, dass bei dieser Temperatur der Organismus am besten zur Ruhe kommt. Aber wenn ich mir diese Daten ansehe, komme ich ins Zweifeln.
Ich bin auf eure Antworten gespannt.
Gruß, Gunda
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Kröte
Moderation


Name: kroete
Dabei seit: 22.06.2006
Beiträge: 1893

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Verfasst am:
14.01.2007, 22:16 (Kein Titel) |
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Hallo Gunda,
Für Griechische Landschildkröten sind konstante Temperaturen von 4 - 6 °C geeignet.
Bereits bei 8 Grad beginnt der Stoffwechsel, der Fettabbau kommt in Gang.
Stoffwechselprodukte fallen vermehrt an, diese können nur noch unvollständig abgebaut werden.
Dies führt zu einer Vergiftung des Tieres.
Sicherlich schaden kurzzeitige Temperaturschwankungen in der Winterstarre nicht, doch eine monatelange Überwinterung bei zu hohen Temperaturen schadet nach Ansicht der Experten dem Tier.
Eine Rolle dabei spielt sicherlich auch, ob sich die Tiere bei zu hohen Temperaturen wie in Griechenland (siehe Tabelle) aus ihrem Überwinterungsplatz graben und kurzfristig in die Sonne legen können.
Bei einem Wärmeeinbruch graben sich die Tiere aus der Erde und legen sich in die Sonne, dies schützt sie vor einer Vergiftung durch unvollständig ablaufende Stoffwechselvorgänge.
Hier bei uns findet in der Starre aufgrund der ungenügenden Stoffwechseltemperatur keine Verwertung der Abfallprodukte statt.
Bei Temperaturen um 8° C werden die Tiere unruhig und graben sich aus dem Substrat aus, finden jedoch keine Sonne an der sie sich auf die erforderliche Stoffwechseltemperatur aufwärmen könnten.
Der unvollständige Stoffwechsel beginnt und somit auch das Sterben.
Hat man die Möglichkeit den Tieren bei hohen Temperaturen (z. B. beim Überwintern im Gewächshaus) einen Platz anzubieten (Wärmelampe) unter der sich die Tiere kurzfristig aufwärmen können (winterliche Aktivphase), werden sie sich wie in der Natur bei sinkenden Temperaturen wieder verbuddeln ohne zwischendurch Nahrung aufzunehmen.
Gruß
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surge
hat sich eingenistet


Alter: 42
Dabei seit: 21.06.2006
Beiträge: 283
Wohnort: Sachsen-Anhalt

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Verfasst am:
14.01.2007, 22:30 (Kein Titel) |
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Hallo
Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen fängt der Stoffwechsel von europäischen Landschildkröten bei ca. 7°C wieder an zu arbeiten. Liegen die Temperaturen über eine bestimmte Zeit darüber sterben sie. Ich kenne mehrere Beispiele. Je höher dabei die Temperatur ist desto mehr Energie wird verbraucht und desto mehr giftige Stoffwechselabbauprodukte werden erzeugt. Das Tier vergiftet und verhungert regelrecht.
Eine gewisse Reserve steht den Tieren, wie man an Hand z.B. Gundas Link sieht, aber zur Verfügung. Die Lebensräume von Schildkröten sind ökologische Nischen wo es selten zu einem Optimum der Umweltbedingungen kommt. Doch die Tiere haben sich über Millionen von Jahren darauf angepaßt.
Andererseits kann man aber leider keine genauen Parameter des Links sehen. Ich meine dabei z.B. ob der Fühler des Thermometers und die Schildkröte immer an der selben Stelle liegen?
Aus der Literatur (und auch aus meiner Erfahrung heraus) ist bekannt das sich europäische Landschildkröten bei zu warmen Temperaturen (aber ohne Sonneneinstrahlung) in der Winterstarre tiefer eingraben.... dies geschieht bei den relativ tiefen Temperaturen natürlich sehr langsam, so daß sie auch einmal mit Minus- Temperaturen aber auch mit relativer Wärme zu kämpfen haben. Andererseits besteht auch die Möglichkeit das es bei zu hohen Wintertemperaturen(vornehmlich bei Sonne) zu einem erwachen der Tiere kommt. Wird es kühler graben sich die Schildkröten aber wieder ein.
Die z.Z. bei uns doch recht milden Temperaturen scheinen viele Schildkröten zum erwachen zu animieren (Kühlschranküberwinterer haben da wohl eher kein Problem). Das einzig richtige in unserer Mitteleuropäischer Haltung ist meiner Meinung nach in so einem Falle die Temperaturen zu senken und die Tiere weiter starren zu lassen.
Für die gewisse kurzzeitige Temperaturtoleranz von Schildkröten hier mal ein Beispiel: http://www.udena.ch/wilf/aetos10-Frostschutz.htm
Viele Grüße surge
_________________ Was du dir eingebrockt hast, musst du auch auslöffeln.
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gunda
Moderation


Name: Gunda
Alter: 50
Dabei seit: 20.06.2006
Beiträge: 831
Arten: Thb
Wohnort: bei Hannover

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Verfasst am:
17.01.2007, 22:22 (Kein Titel) |
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Danke, Kröte und Surge, für eure Antworten!
Interessant, dass winterliches Sonnenbaden die Tiere vor Vergiftungen schützt. Das war mir neu.
Und auch, dass sie sich bei steigenden Temperaturen tiefer einbuddeln, also praktisch der Idealtemperatur hinterherkriechen.
Das spricht noch einmal mehr für Überwinterung im Frühbeet und nicht in Keller, Garage oder Schuppen, da dem Buddeldrang in einer Überwinterungsbox ja Grenzen gesetzt sind.
Viele Grüße, Gunda
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surge
hat sich eingenistet


Alter: 42
Dabei seit: 21.06.2006
Beiträge: 283
Wohnort: Sachsen-Anhalt

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Verfasst am:
18.01.2007, 00:46 (Kein Titel) |
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Hallo Gunda
Das mit dem Eingraben um die optimale Überwinterungstemperatur von ca. 4-5°C zu erreichen steht u.a. im Buch "Europäische Landschildkröten" von Brian Pursall S.24. Ich kann das bestätigen. Wenn in unserem Gewölbekeller, mit gestampftem Lehmboden ,Lufttemperaturen von über 5°C geherrscht haben sind die Tiere in kühlere Gefilte abgetaucht. Habe ich Tiere bei einer Lufttemperatur von 4-5°C eingewintert sind diese zumeist unvergraben auf dem Substrat liegen geblieben. In diesem Jahr ist es im Keller wärmer als sonst (ca. 8°C) Die Bodentemperatur liegt etwas tiefer. Fast alle Tiere haben sich komplett eingegraben.
Viele Grüße surge
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_________________ Was du dir eingebrockt hast, musst du auch auslöffeln.
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gunda
Moderation


Name: Gunda
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Beiträge: 831
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Wohnort: bei Hannover

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Verfasst am:
18.01.2007, 19:17 (Kein Titel) |
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Hallo Surge,
meine erwachsenen Tiere bringe ich vor dem ersten Frost in einen Anbau unseres Hauses, einen ehemaligen Stall, jetzt Fahrradwerkstatt. In normalen Wintern ist es dort immer 5° und weniger, aber dieses Jahr natürlich nicht. Meine Schildkröten scharrten immer am Boden ihrer Plastikkisten herum, tauchten aber nicht auf. Deshalb trug ich sie alle zurück in die Frühbeete, wo sie sich gleich eingebuddelt haben. Dein Beitrag hat mir nochmal bestätigt, dass es richtig war.
Grüße, Gunda
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